Menschenrechte: Asylsuchende in Deutschland

Der Theaterpädagoge Andreas Krämer wollte in einem 6-wöchigen Kurs die TeilnehmerInnen des Profils „Interkulturelles Lernen“ im 9. Jahrgang für die aktuelle Situation von Menschen auf der Flucht sensibilisieren und stärken.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Was bedeutet es, wenn die Würde den Umständen zum Opfer fällt? Was bleibt dann? Ausgehend von der Überlegung, dass das Thema Menschenrechte nicht nur auf politischer, sondern besonders auf persönlicher Ebene im Umgang mit anderen Menschen relevant ist, sollten sich die Jugendlichen mit den Menschenrechten vertraut machen, die in speziellem Bezug zu den Lebensumständen von Asylsuchenden steht. Sie sollten lernen sich in Menschen hineinzuversetzen, die ihre Heimat für eine ungewisse Zukunft in Europa aufgeben mussten.

Die Neuntklässler sollten die abstrakten Menschenrechtsartikel auf ihre Lebenswirklichkeit anwenden und verstehen lernen. Für eine stark heterogene Gruppe – Schüler aus Gambia, Irak, Pakistan, Türkei, Malaysia, Deutschland, die Jesiden, Muslime, Christen oder nichtreligiös sind, war der spielerische Ansatz der Theaterpädagogik ideal, um Motivation zu wecken, die Jugendlichen auf der Erlebnisebene anzusprechen und ihnen nachhaltige Eindrücke zu vermitteln, z.B. mit den folgenden Methoden:

kreatives Schreiben

Denkmal stellen

Spiegelung und Rollentausch

Komplimentendusche/ Heißer Stuhl

Improvisationen zu den Menschenrechten weiterentwickeln und szenisch umsetzen

Die Jugendlichen erarbeiteten sich Kenntnisse aus verschiedenen Blickwinkeln in spielerischer Form. Sie lernten andere Meinungen und Erfahrungen kennen, erfuhren spielerisch andere Lebenswirklichkeiten und konnten sich so eine differenzierte Meinung bilden. Sie konnten eigenes Wissen und Erfahrungen einbringen und das Thema mit ihrem Alltag verbinden.