Besuch aus der Türkei

Im Juli besuchten uns fünf türkische Lehrerinnen aus Köycegiz.

Der Ort liegt idyllisch am Nordufer des gleichnamigen Sees (56 km2 groß). Über einen Kanal besteht eine Verbindung zum nahen Mittelmeer. Es gibt größere Naturschutzgebiete in dieser wunderschönen Gegend mit Feuchtgebieten mit einer Mischung aus Süß-und Salzwasser und bis zu 1000 m hohen Bergzügen. Es gibt viel Landwirtschaft, besonders für Zitrusfrüchte und Granatäpfel.

Mit dem dortigen Anadolu Lisesi (eine Schule der 9.-12.Klasse) hatten wir vor 10 Jahren schon einmal Kontakt, der nun wieder aufgenommen werden soll. So planen wir einen Schüleraustausch. Im Mai kommen die türkischen Schüler zu uns. Schüler und Schülerinnen der jetzigen 9. Klassen unserer Schule haben danach die Chance für 10 Tage nach Köycegiz zu fahren. Dort werden sie Land und Leute kennenlernen und zusammen mit den türkischen Schülern an einem Projekt arbeiten. Eine finanzielle Unterstützung dafür suchen wir bei der Robert-Bosch-Stiftung, die deutsch-türkische Austauschprojekte finanziert. Im Februar werden wir erfahren, ob unser Projekt gefördert wird.

Der 10tägige Besuch der türkischen Lehrer und Lehrerinnen gestaltete sich sehr abwechslungsreich. Neben der Schule standen ein Rundgang durch die Bremer Innenstadt, das Universum, das Klimahaus, eine Besuch im Mercedes-Werk und der Firma Tandler auf dem Plan. Auch kleine Abstecher nach Hamburg und Groningen wurden gemacht. Besonders beeindruckt zeigten sich unsere Kollegen von den Klassenräumen. Die vielen Pflanzen und die individuelle Gestaltung der Klassenräume machte Eindruck. (Zitat: Diese Räume sehen aus wie ein Wohnzimmer!) Auch die andere Methodik des Unterrichts wurde sofort positiv bemerkt. In der Türkei wird noch überwiegend frontal und sehr lehrerzentriert unterrichtet. Kooperatives Lernen ist weitgehend unbekannt. Das führte bei unseren Gästen zu fruchtbaren Diskussionen – und das ist auch der Sinn solcher Besuche. Es ist zu unterschätzen, welchen Einfluss solche Besuche langfristig haben. Als ich im Herbst in Köycegiz war, diskutierten die Lehrer dort immer noch über Veränderungsmöglichkeiten im Unterricht. Ausschlaggebend dafür war ihr Besuch in Bremen.

Ein großer Dank geht an die Gastgeber (Elif Eraslan und Katharina Funck), die einen sehr großen Anteil am Gelingen dieses Besuches hatten. Auch Sabine Westermann hat ein großes Dankeschön für ihr leckeres Frühstück am ersten Tag und ihren engagierten Einsatz am Grill verdient.

Immer wieder wurde ich gefragt, ob auch Lehrer und Lehrerinnen der Wilhelm-Kaisen-Schule zu einem Gegenbesuch nach Köycegiz kommen werden. Alle warten gespannt auf Gäste. Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich nur sagen, dass ein Besuch auf jeden Fall lohnenswert ist. Nicht nur die berühmte türkische Gastfreundschaft ist überwältigend, sondern auch diese Landschaft und die spannenden Eindrücke des türkischen Schullebens. Ich hoffe, dass sich bald eine Gruppe findet, die zum Gegenbesuch aufbricht.

Monika Beringer

 Köycegiz

 

Ankunft der Gäste in Bremen

 

Grillen mit den Gastgebern zum Abschluss