"SCHAU HIN - MISCH DICH EIN!"

Etwa 200 Schüler und Schülerinnen der Wilhelm-Kaisem-Oberschule machten sich am Freitag, den 5.6. bei strahlendem Sonnenschein unter Polizeibegleitung auf den Weg in die Innenstadt. Sie wollten der Öffentlichkeit zeigen, dass sie bereit sind, hinzuschauen und sich einzumischen. Ihr Hauptanliegen war das Thema Flucht und Migration, aber es gab auch Plakate, die zum friedlichen Miteinanderleben aufforderten, sich gegen Ausgrenzung wandten sowie zur Hilfe von Menschen in Not oder zum Schutz der Tiere mahnten. Auf dem Marktplatz trafen sie drei weitere Bremer und Bremerhavener UNESCO-Projektschulen, die Oberschule an der Lerchenstraße, die Gesamtschule Mitte und die Kaufmännischen Lehranstalten aus Bremerhaven. Sie legten zum Gedenken an die ertrunkenen Flüchtlinge Blumen an die Leichensäcke, die die Todesopfer im Mittelmeer symbolisieren sollten. Papierschiffe auf einer blauen Plane neben dem Roland standen ebenfalls für die oft tödlich endende Flucht nach Europa. Von 12 bis 13 Uhr musizierten, sangen und sprachen UNESCO-SchülerInnen über die Themen, die ihnen am Herzen lagen. Farooq Sher aus der Vorbereitungsklasse der WKS stellte sich und seine Mitschüler als Betroffene von Krieg und Flucht vor, Fiona aus der Klasse 8c verlas das Grußwort von Kailash Satyarthi, dem diesjährigen Friedensnobelpreisträger.
 
In den Wochen zuvor hatten sich der achte, der sechste und zwei Klassen des fünften Jahrgangs viele Gedanken über das Thema gemacht und Plakate und Informationsblätter dazu entworfen. Dabei setzten sich die Kinder und Jugendlichen auch intensiv mit den Zielen der UNESCO-Projektschulen auseinander und merkten, dass sie etwas bewegen können. Eine Reihe von eifrigen Schülern und Schülerinnen standen deshalb nicht auf dem Marktplatz, sondern liefen durch die Innenstadt und sprachen Passanten auf ihre Anliegen an. Sie sammelten Spenden für Erdbebenopfer in Nepal, für die Befreiung von Kindersklaven und für die Flüchtlingshilfe.
Der sechste Jahrgang hatte sich nach einem Besuch von Angela Hesse von der Diakonie-Katastrophenhilfe mit der Befreiung von Kindern aus der Sklavenarbeit beschäftigt und dies auf Plakaten dargestellt. Der indische Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi hörte auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart von dem Engagement der SchülerInnen und schrieb eine Grußbotschaft.
 
Wenn auch die gleißende Sonne dazu führte, dass viele Teilnehmerinnen an dem Sternlauf den Schatten aufsuchten, war die Stimmung auf dem Marktplatz gut: Die Anstrengung hatte sich auf jeden Fall gelohnt!