„Was im Leben wichtig ist"
Das Projekt der Theaterwerkstatt
Die Theaterwerkstatt des 8. Jahrgangs unter der Leitung von Frau Funck hat im Februar am Moks-Theater aufgeführt. Wir sind mächtig stolz auf die WKS-Mädels, die vor großem Publikum die erlernten schauspielerischen Fertigkeiten gezeigt haben. Worum ging es? Nun, es ging um „nichts". Hä? Wie ist denn das gemeint? Hier kommt die Erklärung:
„Nichts. Was im Leben wichtig ist" - nach dem erfolgreichen aber auch kontroversen Romans von Janne Teller - richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren.

In Nichts. Was im Leben wichtig ist geht es um Pierre-Anthon, der eines Tages aus seinem bisherigen Leben aussteigt, um künftig in einem Pflaumenbaum zu nisten, der direkt am Schulweg der anderen Klassenkameraden steht. Ungefragt konfrontiert er sie von dort oben mit zynischen Aussagen über die Nichtigkeit der menschlichen Existenz, die alles in Frage stellen: „Nichts bedeutet etwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun." Seine Mitschüler beschließen, heimlich einen „Berg der Bedeutung" zusammenzutragen, um zu beweisen, dass das Leben sehr wohl einen Sinn hat. Der Plan ist einfach und brutal: jeder muss opfern, was ihm wichtig ist.

Schnell entwickelt sich eine Eigendynamik innerhalb der Gruppe, die zu der Logik „Je schmerzvoller das Opfer, desto größer die Bedeutung" führt. Da immer derjenige, dem gerade etwas genommen wurde, vom nächsten Mitschüler etwas einfordern kann, entspinnt sich schon bald ein brutaler Opferreigen, der keine Grenzen mehr kennt.

Janne Tellers Roman wurde bei Erscheinen in einigen Ländern und von Schulbehörden zunächst verboten: der Vorwurf, er wäre schädlich und würde Jugendlichen die positive Einstellung zum Leben rauben, war die erste Reaktion auf den Stoff, der so eindringlich Antworten auf Sinn und Gehalt des Lebens fordert und doch keine geben kann.

Wir, Lina, Jan und Marcel vom Presseclub, haben die Theaterwerkstatt von Frau Funck zu Ihrer Projektwoche und ihrem Auftritt im Moks-Theater interviewt. Das Projekt wurde von Rebecca Hohmann und Brigit Freitag vom Moks-Theater begleitet und unterstützt. Die Übungseinheiten fanden in der Aula statt und begannen jeweils mit Aufwärm- und Lockerungsübungen, die die Gruppe vertrauter miteinander machen sollen.

 

Zum Beispiel hat die Gruppe zum Kennenlernen ein „Spiel" gespielt, bei dem sie ihre Namen in die Luft geschrieben haben mit verschiedenen Körperteilen (Füßen, Händen der Nase). Sie haben damit auch an ihrer Koordination und Konzentration gearbeitet. Durch die lange Zeit, an denen sie zusammen gearbeitet haben, sind sie sich näher gekommen und haben eine gute Verbindung in der Gruppe aufgebaut.

So wurden sie zu einer Gruppengemeinschaft. Den Schülerinnen hat es viel Spaß gemacht.
Hier haben wir die Fragen und Antworten für Euch zusammengestellt:
Wie viele seid Ihr in der Theaterwerkstatt?
Wir sind 16 Personen, 15 Schülerinnen und Frau Funk, aufgeführt haben aber nur 12 Schülerinnen.
Wie lange ging das Projekt?
Eine Werkwoche, dabei waren 4 Probetage und am Freitag die Aufführung.
Was waren die größten Probleme?
Das größte Problem war das Lampenfieber vor der Aufführung.
Was hat den Schülerinnen am meisten gefallen?
Zum einen hat den Schülerinnen der Unterrichtsentfall gefallen, außerdem die Erleichterung nach dem Auftritt. „Eigentlich fanden wir das ganze Projekt einfach gut."
Was war das Thema des Stücks?
Das Buch: „Nichts. Was im Leben wichtig ist." Es ging also darum, was im Leben von Bedeutung ist und warum. Und dass diese wichtigen Dinge für jeden Menschen andere sind.
Was war das Ziel des Projektes?
Herauszufinden, was einem selber wichtig ist. Und sich zu trauen, dies vor Publikum zu zeigen bzw. darzustellen.
Was waren die Erwartungen der Schüler und Lehrer an das Projekt?
Das Ziel der Schülerinnen war es, es zu schaffen, auf der Bühne zu stehen. Frau Funck galt es als Herausforderung, innerhalb von vier Tagen ein Projekt vorzubereiten und am fünfen schon „auf die Bühne zu bringen".
Was war positiv, was negativ?
Positiv war, die tollen Reaktionen der Zuschauer zu erleben und „dass wir es so gut geschafft haben".
Negativ war das Lampenfieber.
Würde die Gruppe das Stück wiederholen?
Zitat: „Nein". Sie haben eher Lust auf ein neues Stück und Thema.
Wie genau war das Stück organisiert?
Es waren vier Probetage angesetzt und ein Tag für die Aufführung, das Projekt wurde von zwei Schauspiellehrerinnen aus dem Moks-Theater begleitet. Diese entwarfen und entwickelten mit den Schülerinnen das Stück – alles aus einer Frage heraus. Die Antworten sowie die eigenen Texte ergaben das Drehbuch. Sie brachten den Schülerinnen einige schauspielerische Sachen bei.
Der abschließende Kommentar von Fr. Funck ist, dass sie es großartig fand, dass und wie die Schülerinnen trotz ihres Lampenfiebers den Mut hatten, das Stück aufzuführen.